Eine kleine Entstehungsgeschichte
Die Gruppe 12 vor Fuchs wurde zu einem ungenau definierten Zeitpunkt gegründet, unter nicht ganz geklärten Umständen, die mehr als dunkel scheinen.
Etwas genauer genommen war es eine äußerst glückliche Verkettung von Zufällen, die dazu führte, dass ein gewisser Fuchs in einer sonnigen Nacht, umgeben von ein paar Jüngern, und auch ein paar Älteren, sich so bei sich im grünen Wald dachte:
„So, jetzt lasst uns mal ordentlich die Bude rocken!“
Was dann zum Glück auch passierte. Ein paar Röcke und auch Rollen später ist es soweit: eine völlig wahnsinnige Truppe hat sich zusammengefunden, um der Kunst der Improvisation zu frönen. Wenn notwendig auch mit Starkstrom in der Badewanne, denn bekanntlich weiß man sowieso nie, ob Wasser drin ist.
Wer noch mitspielte...
Bei einer so improvisierten und -visierenden Truppe wie uns kann es schon mal vorkommen, dass der Eine geht oder die Andere kommt.
Mit einem Bauch voll schöner Momente denken wir in Freude zurück an unsere MitspielerInnen...
An Hanni, dieses glutäugige Vollblutweib, diese Tinkerbell der Scheibenwelt und Zauberfee des dunklen Dinkelwalds! Auch in ihrer 35. Liebesszene mit Reinhard - wem sonst? - kam sie immer noch sehr überzeugend herüber. Ihr wallendes Haar, ihr sprühender Geist und ihre funkelnde Energie erhellten uns so manche dunkle Szene...
Wie gerne denken wir zurück an Reinhard, den Herren der Ringe und Wuchtelgott, der auch vor einer tief angeschnittenen Steilvorlage nicht zurückschreckte, und diese in bester Stürmer-Manier treffsicher verwertete! Genau wissen wir zum Beispiel, was er sich beim vorigen Absatz, nach „sehr überzeugend herüber“ dachte, dieser Gondeleador der Gefühle, mit seinem untrüglichen Gespür für die richtige Wendung zum richtigen Zeitpunkt der Geschichte...
Manche wollen heute noch ein Kind von ihm. Rein platonisch.
Unsere Gänsehaut erzittert heute noch, wenn in unseren Erinnerungen Tonios sonore Stimme ertönt... Mit Schaudern erscheinen sie uns wieder, die Lichtblitze, die den Raum erfüllten, wenn sein Genie uns streichelte, manchmal durchaus auch gegen den Strich...
Manche von uns wollen heute noch mit ihm spielen. Rein improvisationstechnisch.
Niemand sang so anmutig von diesem schönen, geheimnisvollen, weit entfernten Land Vorarlberg wie Karin, deren fein ziselierter Stil wie Tüll über Szenen sich hüllte und jedem Moment das nötige Quäntchen an Eleganz und zarter Aufgewühltheit verlieh. Karin, deren samtiger Hüftschwung den Frauen ein „Houla!", manch Männern ein „Hoop!" entlockte... Oder war es umgekehrt? Hach...
Gregor, Gregor, Gregor. Wenn Gregor nicht da ist, merkt man es. Ebenso, wie wenn er da ist. Dieser Houdini des Treppenwitzes, dieser Caruso der ondulierten Präsentation, dieser Präsenzdiener des Bühnenstreichs, dieser Fidel Castro des Fokus! Foahrt immer. Schade, dass er nicht da ist.
Sabine die Große. Ihre Geschichten: gesponnen aus unverwechselbar verworrenen Fäden erzählerischer Verstricktheit, verwoben mit erfrischend schockierenden Wendungen. Ihre Rollen: ungebremst naiv, ausgesucht lasziv, abgeklärt esoterisch - und das stets gepaart mit dem verhangenen Blick der Undurchschaubaren. Mit gleichmütiger Direktheit fegte sie, in Feldherrmanier , so manches Mal durch die Szene und wischte alles davor Dagewesene von der Bühne. Sabine die Große.
Oh Valerie... die Philosophin vor Fuchs, unsere rote Antwort auf Rousseau, Jandl und Bohlen. Begnadete Moderatorin, Referenzimprovisatrice des Naturalismus, superlativschwingender Szenendefibrilator... Ihre Neologismen und Soziolektismen werden uns und dem Publikum fehlen, und zwar sowas von ur!
Wahrscheinlich gibt es noch keinen Nachruf auf die holde Irene, weil die meisten von uns im Stadium der Verleugnung sind, und das noch gar nicht so wahr haben wollen, dass sie wirklich gegangen ist. Weils in Wahrheit ja auch eine Frechheit ist. Oder, noch schlimmere Verleugnung, aufgrund des Trennungs-Schmerzes: Irene? Wer ist Irene? Hat es denn je eine Irene gegeben? Never heard of one.


























